RPG: Les Mizérables
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RPG: Les Mizérables
Bereits auf einer anderen Seite begonnenes Rollenspiel, das auf Grund nicht hinnehmbarer Zustände dort hierher verlegt wurde. Falls jemand die ganze Story lesen möchte, benachrichtigt mich bitte.
Fandom: Gackt, J-Rock
Genre: Alternate Universe/Fantasy/Science Fiction/Darkfic/Epic
Characters: Ren, Gackt, You, Miyavi (alle besetzt)
Fandom: Gackt, J-Rock
Genre: Alternate Universe/Fantasy/Science Fiction/Darkfic/Epic
Characters: Ren, Gackt, You, Miyavi (alle besetzt)

Hisietari- Posts: 15
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Name:: Siaseran
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(6622/6622)

Re: RPG: Les Mizérables
Gackt
Was zum Henker war denn jetzt los?! Stand Ren irgendwie darauf, die Ruhe in Person zu spielen, während die Welt unterging, aber total auszuflippen, wenn es um so etwas wie die simple Wahl des nächsten Essens ging? Und wieso bekam Miyavi schon wieder Chibi-Kloppe?
Gackt wurde das alles zu doof. Immerhin durfte er nicht mal lachen. Er zog sich in sein Studio zurück, da störte ihn zumindest keiner von diesen Irren. Ha ha... falsch gedacht.
Noch bevor Gackt sämtliche Sicherheitsschlösser, Panzerstahlverriegelungen und Selbstschussanlagen hatte aktivieren können, stürmte Miyavi hinter ihm das Studio. Nein bitte... nicht ausgerechnet HIER...
"Whoa, Ga-chan! Sooo viele bunte Lichter UND Knöpfe und - was passiert, wenn ich den hier drücke? Mach ich einfach mal, kann ja -"
"NEIN!!"
Gackt warf sich fast schon gegen Miyavi, um den anderen davon abzubringen, gleich alles aufgenommene Material auf einmal aus dem Speicher zu löschen. Bänder, die Masa zusammengeschnitten hatte, um heute Musik spielen zu können.
"Uh, Ga-chan... liegst da'n bisschen ungünstig, ne..."
Gackt boxte dem wesentlich längeren Jungen in die Seite, wenn auch nicht längst so hart, wie seine Kamikaze-Aktion gerade gewesen war. Sie hatte sie beide zu Boden befördert.
"Finger weg von den Knöpfen!"
"Ga-chaaan..."
"Keine Widerrede!"
Miyavi sah ihn an wie ein getretener Hund. Gackt machte es nicht viel aus, denn wie berechnet war alle Verletztheit verschwunden, sobald die Sendung startete.
Der Junge beobachtete jede noch so kleine Geste, die Gackt ausführte. Mehrmals verpasste er Gackt einen kleinen Schock, indem er begann, auf die Knöpfe und Schalter zu zeigen, die Gackt gerade selbst drücken wollte. Er war wirklich ein ausgezeichneter Beobachter. Genie und Wahnsinn, so eng beieinander wie bei Miyavi waren sie wohl nirgends.
Nach einer Pause durfte Miyavi dann selbst mal ein paar Dinge erledigen - Musik einspielen, Leute zuschalten. Das machte ihn wieder glücklich genug, um still zu halten, als Gackt sich auf ihn draufsetzte. Die einzige halbwegs sichere Möglichkeit, die Sendung noch zu beenden.
Mittlerweile roch es im Sender bereits verführerisch nach Curry, auch wenn Gackt Angst hatte, dass You beim Würzen vermutlich zu zaghaft gewesen war - spätestens nach Rens Einwand war das sogar ziemlich wahrscheinlich. Und spätestens nach Miyavis Ausflügen in die wunderbare Welt der Grammatik war es dann endgültig vorbei mit seinem Plan, hier mal für anständige Ernährungsgewohnheiten zu sorgen.
Es erfüllte Gackt ein wenig mit Wehmut, den Sender zu verlassen. Er schlief die Nacht nicht viel. Seine Gedanken kreisten endlos um ihre Radioshows, das Konzert... und die Schlacht, die dieses auslösen würde. Das war so gut wie sicher. Verdammt... aber sie konnten nicht anders... sie MUSSTEN das jetzt durchziehen. Darauf hatten sie hingearbeitet, oder?
Gackt hasste den verschlafenen Beginn des Morgens. Sie hatten viel zu viel Zeit eingeplant, für seinen Geschmack. Okay, er wusste, dass er zu aufgekratzt war, um das wirklich einschätzen zu können, aber... es machte ihn nervös. Und dass Nimura und seine Leute, die keine Ahnung von der Show hatten, ihre Sendung übernehmen würden, machte es auch nicht besser.
Er war froh, als sie irgendwann losgingen, auch wenn ihm Rens Verfassung nach wie vor Sorgen bereitete. Der Kleine war vor wenigen Tagen erst beinahe umgebracht worden. Und jetzt wollte er eine Wanderung durch halb Kioto unternehmen? Verdammt, warum war er nicht einfach im Wagen mitgefahren?! Für eine Person hätten sie locker Platz gehabt, sogar zwei zur Not. Und Ren... verdammt, dass er Schmerzen hatte, stand wie ein Neonschild in seinem Gesicht, egal wie gut der Kleine es verbarg. Oder gerade deshalb.
Und so wusste Gackt, was Ren sagen wollte, bevor der Rotschopf auch nur den Mund aufmachte. Nein, daran war gar nicht zu denken! Nur weil Ren den Helden spielen wollte, würden sie ihre Gruppenstärke nicht schwächen! Was war überhaupt so schlimm daran, dass er ihn tragen wollte? Ren hatte wirklich in den unpassendsten Situationen Anfälle von Sturköpfigkeit.
Und dann stand da auf einmal Miyavi.
Gackt hatte keine Ahnung, was er tun sollte. Es lief vor ihm ab wie ein Film und er wusste nicht, wie er hätte eingreifen können. Er sah nur Rens und Miyavis kleinen Kampf, und wie der Kleine plötzlich ziemlich unsanft auf dem rissigen Beton landete.
"REN!"
Gackt schubste Miyavi weg, auf einmal wieder fähig, sich zu bewegen. Ren war zwar auf den Allerwertesten gefallen, doch schien seine am schlimmsten verletzte Seite dabei etwas abbekommen zu haben. Mal davon abgesehen, dass er trotzdem mit dem Kopf aufgeschlagen war.
"Ren?"
Gackt hob den schlaffen Körper Rens vorsichtig hoch. Ren stöhnte leicht, blinzelte ihn verwirrt an und schien dann doch aufzugeben.
"Ren, verdammt! Kannst du mich hören?"
"So laut, wie du sprichst, ganz bestimmt und sicher klar. Is ja nich taub, ne, das Ren-chan. Und überhaupt -"
"HALT die Klappe, Miyavi!"
"Hey, ich hab doch gar nichts -"
"You, gib mir Nimura."
You zog Ren das Handy aus der Tasche, wählte die Nummer und hielt es dann Gackt, dessen Arme besetzt waren, ans Ohr.
"Nimura? Ah, gut. Sag mal, ist der Wagen - gerade gestartet? Wunderbar. Sag deinen Leuten, sie sollen unserem Weg folgen. Wir sind keine halbe Stunde zu Fuß vom Sender entfernt. Ja, ich weiß... nein, kleiner Wegunfall. Ist gut. Ich ruf nachher wegen der Sendung an."
You beendete das Gespräch. Gackts Blick fiel auf Miyavis Gesicht. Der Junge blickte schon wieder wie ein Welpe in die Gegend.
"Kriegt Miyavi jetzt Klassenkloppe?"
"Ja, sobald wir wieder Zeit dafür haben. Mal gucken, ob du nicht nur deine Haare, sondern auch ein blaues Auge umfärben kannst."
"Maaah, Ga-chan! Nich hauen, klar? Ist nicht nett. Sagt Seherin auch immer. Nich hauen weil böse!"
"Aber Ren fallen zu lassen, findest du okay?"
"Nein, aber Ren-chan hat doch..."
"Gah - setz dich einfach irgendwo mal fünf Minuten hin, rühr dich nicht und sag auch nichts, okay? Ich weiß, das ist bei dir fast unmöglich, aber man lernt ja nie aus."
Gackt wusste, dass er gemein war. Aber genau das wollte er jetzt auch sein, und Miyavi war zumindest niemand, der zurückschlug - weil böse.
Gemeinsam warteten sie auf den Wagen. Er war schon von Weitem zu hören, sodass You und Toshi keine Probleme hatten, das Fahrzeug heranzuwinken. Ein Panzerfahrzeug, die wenigen Einheiten, die manchmal die Convoys von Lebensmitteln in die Luxusviertel begleiteten. Nimuras ganzer Stolz. Deshalb handelte es sich auch nur Jungs aus seiner persönlichen Bande, die das Ding fahren durften. Gackt kannte sie alle, ein echter Vorteil.
"Hey, was liegt an?"
"Ren geht's nicht so gut, kann er bei euch mitfahren?"
"Klar. Was hat er?"
"Seine Verletzungen machen ihm zu schaffen."
Gackt hatte bereits überprüft, aber Ren hatte keine weiteren Kratzer bei seinem Sturz abbekommen. Insofern war das die kürzeste Erklärung.
"Okay, kommt rein."
"Äh..."
"Wir hätten noch Platz für zwei Leute. Komm lieber mit, ich hab vorn keine Zeit, noch nach Ren-san zu sehen."
Gackt sah You an, dieser nickte bloß.
"Keine Sorge, wir kommen schon nach."
"Na gut..."
Zusammen mit zwei weiteren Besatzungsmitgliedern schaffte Gackt Ren in das Innere des Fahrzeugs. Es war schrecklich eng, aber zumindest mussten sie jetzt nicht mehr laufen.
"Habt ihr eine Decke? Er kühlt aus."
"Natürlich."
Der Mann kam kurze Zeit wieder mit einer Decke und einer Isolierfolie zurück. Diese Panzerwagen waren verdammt gut ausgestattet. Solche Folien waren mittlerweile mehr wert, als wären sie tatsächlich aus Silber und Gold.
Sie fuhren los. Zuerst dachte Gackt, es liege am Holpern und Stampfen des schweren Wagens (er stieß sich mehrmals fast den Kopf an der niedrigen Decke im Heck an), doch tatsächlich regte sich Ren in seinem Schoß.
"Hey... bist du wach?"
"Mm..."
"Simulant."
"Weck mich, wenn wir da sind."
Grinsend und kopfschüttelnd sah Gackt zu, wie Ren sich auf seinem Schoß wie ein Katzenjunges zusammenrollte. Vermutlich schnurrte er sogar, bei Ren wäre das nun auch nichts Neues mehr gewesen - bei den Freunden, die er so anschleppte.
Sie erreichten die Oper ohne Zwischenfälle. Gackt rief kurz vorher nochmal bei You an, die Gruppe kam ebenfalls gut voran.
Er trug Ren, der es offensichtlich nicht für nötig hielt, jetzt auf diesen Service zu verzichten, in das Operngebäude. Genauer gesagt, reichte er den Kleinen einfach eine Leiter hinauf, die auf ihr Aussichtsdach führte. Eine ziemlich lange Leiter. Auch ihre Sachen gingen diesen Weg.
Nimuras Leute hatten bereits alles vorbereitet. Es war angenehm warm, vermutlich einer der kleinen Heizofen. Wow, das war wirklich ein enormes Geschenk. Dazu hatten sie Lebensmittel und Wasser hergebracht. Auch Schlafmöglichkeiten waren bereits vorhanden. Gackt brachte Ren genau dorthin.
"Schlaf noch etwas. Die anderen kommen nachher, dann geht's sowieso wieder rund."
"Rate mal... ich glaube, das mach ich sogar."
Gackt grinste, sich für einen Augenblick neben den Kleinen setzend. Er sammelte ein paar Schmutzpartikel von der Straße aus dem weichen, roten Haar.
"Wie kommt's, dass ich gar keinem Widerstand begegne?"
Die Frage war flapsig gestellt, aber sie beide wussten, dass Gackt auf etwas viel Ernsteres hinauswollte. Wenn Ren sich nicht gegen diese Behandlung wehrte, hatte er Gründe dafür.
"Na ja, ich muss fit sein, wenn ich unserer Nebelkrähe den Hintern versohle. Oder?"
"Ja, richtig. Dann schlaf mal gut."
Gackt wollte sich erheben, aber etwas hielt seine Hand fest. Eine schlafwarme, kleine Bassistentatze.
"Naaa, die Jungs da schaffen das auch allein. Ruh dich auch aus. Wie ich dich kenne, hörst du doch wieder nicht auf zu proben, bis deine Batterien den Geist aufgeben."
"Sagt WER..."
Gackt wusste, dass er keine Chance hatte. Und eigentlich tat es auch gut, sich auf die warmen Futons sinken zu lassen, die Nimuras Leute hergeschafft hatten. Endlich kam er wieder aus diesen Straßenklamotten raus... der Dreck, der daran klebte...
Okay. Nicht ganz.
"Sag mal, du stehst wohl drauf, was?"
Die verfluchte Katze war wieder da, und natürlich beschwerte sie sich fürchterlich, dass er ihr den Platz auf dem Kopfkissen streitig machen wollte. Ihren Unmut bemerkte er besonders, als sie ihm die schon wieder staubigen Pfoten ins Gesicht stemmte.
"Reeen... deine Freundin nervt langsam.
"Ist nicht meine Freundin."
Gackt wusste, dass er nicht auf mehr Beistand zu hoffen hatte. Okay, dann nahm er es eben allein in die Hand.
"Hör auf zu tatzeln, Kitty! Die Waschschüssel ist niemals weit!"
Okay, das hatte gesessen. Mit lautem Miauen verschwand das Tier unter Rens Bettdecke. Welchen Teil von Rens Anatomie es dabei traf, war diesem wohl relativ egal. Zumindest bekamen sie so noch fast zwei Stunden Ruhe, bevor die anderen eintrafen.
Was zum Henker war denn jetzt los?! Stand Ren irgendwie darauf, die Ruhe in Person zu spielen, während die Welt unterging, aber total auszuflippen, wenn es um so etwas wie die simple Wahl des nächsten Essens ging? Und wieso bekam Miyavi schon wieder Chibi-Kloppe?
Gackt wurde das alles zu doof. Immerhin durfte er nicht mal lachen. Er zog sich in sein Studio zurück, da störte ihn zumindest keiner von diesen Irren. Ha ha... falsch gedacht.
Noch bevor Gackt sämtliche Sicherheitsschlösser, Panzerstahlverriegelungen und Selbstschussanlagen hatte aktivieren können, stürmte Miyavi hinter ihm das Studio. Nein bitte... nicht ausgerechnet HIER...
"Whoa, Ga-chan! Sooo viele bunte Lichter UND Knöpfe und - was passiert, wenn ich den hier drücke? Mach ich einfach mal, kann ja -"
"NEIN!!"
Gackt warf sich fast schon gegen Miyavi, um den anderen davon abzubringen, gleich alles aufgenommene Material auf einmal aus dem Speicher zu löschen. Bänder, die Masa zusammengeschnitten hatte, um heute Musik spielen zu können.
"Uh, Ga-chan... liegst da'n bisschen ungünstig, ne..."
Gackt boxte dem wesentlich längeren Jungen in die Seite, wenn auch nicht längst so hart, wie seine Kamikaze-Aktion gerade gewesen war. Sie hatte sie beide zu Boden befördert.
"Finger weg von den Knöpfen!"
"Ga-chaaan..."
"Keine Widerrede!"
Miyavi sah ihn an wie ein getretener Hund. Gackt machte es nicht viel aus, denn wie berechnet war alle Verletztheit verschwunden, sobald die Sendung startete.
Der Junge beobachtete jede noch so kleine Geste, die Gackt ausführte. Mehrmals verpasste er Gackt einen kleinen Schock, indem er begann, auf die Knöpfe und Schalter zu zeigen, die Gackt gerade selbst drücken wollte. Er war wirklich ein ausgezeichneter Beobachter. Genie und Wahnsinn, so eng beieinander wie bei Miyavi waren sie wohl nirgends.
Nach einer Pause durfte Miyavi dann selbst mal ein paar Dinge erledigen - Musik einspielen, Leute zuschalten. Das machte ihn wieder glücklich genug, um still zu halten, als Gackt sich auf ihn draufsetzte. Die einzige halbwegs sichere Möglichkeit, die Sendung noch zu beenden.
Mittlerweile roch es im Sender bereits verführerisch nach Curry, auch wenn Gackt Angst hatte, dass You beim Würzen vermutlich zu zaghaft gewesen war - spätestens nach Rens Einwand war das sogar ziemlich wahrscheinlich. Und spätestens nach Miyavis Ausflügen in die wunderbare Welt der Grammatik war es dann endgültig vorbei mit seinem Plan, hier mal für anständige Ernährungsgewohnheiten zu sorgen.
Es erfüllte Gackt ein wenig mit Wehmut, den Sender zu verlassen. Er schlief die Nacht nicht viel. Seine Gedanken kreisten endlos um ihre Radioshows, das Konzert... und die Schlacht, die dieses auslösen würde. Das war so gut wie sicher. Verdammt... aber sie konnten nicht anders... sie MUSSTEN das jetzt durchziehen. Darauf hatten sie hingearbeitet, oder?
Gackt hasste den verschlafenen Beginn des Morgens. Sie hatten viel zu viel Zeit eingeplant, für seinen Geschmack. Okay, er wusste, dass er zu aufgekratzt war, um das wirklich einschätzen zu können, aber... es machte ihn nervös. Und dass Nimura und seine Leute, die keine Ahnung von der Show hatten, ihre Sendung übernehmen würden, machte es auch nicht besser.
Er war froh, als sie irgendwann losgingen, auch wenn ihm Rens Verfassung nach wie vor Sorgen bereitete. Der Kleine war vor wenigen Tagen erst beinahe umgebracht worden. Und jetzt wollte er eine Wanderung durch halb Kioto unternehmen? Verdammt, warum war er nicht einfach im Wagen mitgefahren?! Für eine Person hätten sie locker Platz gehabt, sogar zwei zur Not. Und Ren... verdammt, dass er Schmerzen hatte, stand wie ein Neonschild in seinem Gesicht, egal wie gut der Kleine es verbarg. Oder gerade deshalb.
Und so wusste Gackt, was Ren sagen wollte, bevor der Rotschopf auch nur den Mund aufmachte. Nein, daran war gar nicht zu denken! Nur weil Ren den Helden spielen wollte, würden sie ihre Gruppenstärke nicht schwächen! Was war überhaupt so schlimm daran, dass er ihn tragen wollte? Ren hatte wirklich in den unpassendsten Situationen Anfälle von Sturköpfigkeit.
Und dann stand da auf einmal Miyavi.
Gackt hatte keine Ahnung, was er tun sollte. Es lief vor ihm ab wie ein Film und er wusste nicht, wie er hätte eingreifen können. Er sah nur Rens und Miyavis kleinen Kampf, und wie der Kleine plötzlich ziemlich unsanft auf dem rissigen Beton landete.
"REN!"
Gackt schubste Miyavi weg, auf einmal wieder fähig, sich zu bewegen. Ren war zwar auf den Allerwertesten gefallen, doch schien seine am schlimmsten verletzte Seite dabei etwas abbekommen zu haben. Mal davon abgesehen, dass er trotzdem mit dem Kopf aufgeschlagen war.
"Ren?"
Gackt hob den schlaffen Körper Rens vorsichtig hoch. Ren stöhnte leicht, blinzelte ihn verwirrt an und schien dann doch aufzugeben.
"Ren, verdammt! Kannst du mich hören?"
"So laut, wie du sprichst, ganz bestimmt und sicher klar. Is ja nich taub, ne, das Ren-chan. Und überhaupt -"
"HALT die Klappe, Miyavi!"
"Hey, ich hab doch gar nichts -"
"You, gib mir Nimura."
You zog Ren das Handy aus der Tasche, wählte die Nummer und hielt es dann Gackt, dessen Arme besetzt waren, ans Ohr.
"Nimura? Ah, gut. Sag mal, ist der Wagen - gerade gestartet? Wunderbar. Sag deinen Leuten, sie sollen unserem Weg folgen. Wir sind keine halbe Stunde zu Fuß vom Sender entfernt. Ja, ich weiß... nein, kleiner Wegunfall. Ist gut. Ich ruf nachher wegen der Sendung an."
You beendete das Gespräch. Gackts Blick fiel auf Miyavis Gesicht. Der Junge blickte schon wieder wie ein Welpe in die Gegend.
"Kriegt Miyavi jetzt Klassenkloppe?"
"Ja, sobald wir wieder Zeit dafür haben. Mal gucken, ob du nicht nur deine Haare, sondern auch ein blaues Auge umfärben kannst."
"Maaah, Ga-chan! Nich hauen, klar? Ist nicht nett. Sagt Seherin auch immer. Nich hauen weil böse!"
"Aber Ren fallen zu lassen, findest du okay?"
"Nein, aber Ren-chan hat doch..."
"Gah - setz dich einfach irgendwo mal fünf Minuten hin, rühr dich nicht und sag auch nichts, okay? Ich weiß, das ist bei dir fast unmöglich, aber man lernt ja nie aus."
Gackt wusste, dass er gemein war. Aber genau das wollte er jetzt auch sein, und Miyavi war zumindest niemand, der zurückschlug - weil böse.
Gemeinsam warteten sie auf den Wagen. Er war schon von Weitem zu hören, sodass You und Toshi keine Probleme hatten, das Fahrzeug heranzuwinken. Ein Panzerfahrzeug, die wenigen Einheiten, die manchmal die Convoys von Lebensmitteln in die Luxusviertel begleiteten. Nimuras ganzer Stolz. Deshalb handelte es sich auch nur Jungs aus seiner persönlichen Bande, die das Ding fahren durften. Gackt kannte sie alle, ein echter Vorteil.
"Hey, was liegt an?"
"Ren geht's nicht so gut, kann er bei euch mitfahren?"
"Klar. Was hat er?"
"Seine Verletzungen machen ihm zu schaffen."
Gackt hatte bereits überprüft, aber Ren hatte keine weiteren Kratzer bei seinem Sturz abbekommen. Insofern war das die kürzeste Erklärung.
"Okay, kommt rein."
"Äh..."
"Wir hätten noch Platz für zwei Leute. Komm lieber mit, ich hab vorn keine Zeit, noch nach Ren-san zu sehen."
Gackt sah You an, dieser nickte bloß.
"Keine Sorge, wir kommen schon nach."
"Na gut..."
Zusammen mit zwei weiteren Besatzungsmitgliedern schaffte Gackt Ren in das Innere des Fahrzeugs. Es war schrecklich eng, aber zumindest mussten sie jetzt nicht mehr laufen.
"Habt ihr eine Decke? Er kühlt aus."
"Natürlich."
Der Mann kam kurze Zeit wieder mit einer Decke und einer Isolierfolie zurück. Diese Panzerwagen waren verdammt gut ausgestattet. Solche Folien waren mittlerweile mehr wert, als wären sie tatsächlich aus Silber und Gold.
Sie fuhren los. Zuerst dachte Gackt, es liege am Holpern und Stampfen des schweren Wagens (er stieß sich mehrmals fast den Kopf an der niedrigen Decke im Heck an), doch tatsächlich regte sich Ren in seinem Schoß.
"Hey... bist du wach?"
"Mm..."
"Simulant."
"Weck mich, wenn wir da sind."
Grinsend und kopfschüttelnd sah Gackt zu, wie Ren sich auf seinem Schoß wie ein Katzenjunges zusammenrollte. Vermutlich schnurrte er sogar, bei Ren wäre das nun auch nichts Neues mehr gewesen - bei den Freunden, die er so anschleppte.
Sie erreichten die Oper ohne Zwischenfälle. Gackt rief kurz vorher nochmal bei You an, die Gruppe kam ebenfalls gut voran.
Er trug Ren, der es offensichtlich nicht für nötig hielt, jetzt auf diesen Service zu verzichten, in das Operngebäude. Genauer gesagt, reichte er den Kleinen einfach eine Leiter hinauf, die auf ihr Aussichtsdach führte. Eine ziemlich lange Leiter. Auch ihre Sachen gingen diesen Weg.
Nimuras Leute hatten bereits alles vorbereitet. Es war angenehm warm, vermutlich einer der kleinen Heizofen. Wow, das war wirklich ein enormes Geschenk. Dazu hatten sie Lebensmittel und Wasser hergebracht. Auch Schlafmöglichkeiten waren bereits vorhanden. Gackt brachte Ren genau dorthin.
"Schlaf noch etwas. Die anderen kommen nachher, dann geht's sowieso wieder rund."
"Rate mal... ich glaube, das mach ich sogar."
Gackt grinste, sich für einen Augenblick neben den Kleinen setzend. Er sammelte ein paar Schmutzpartikel von der Straße aus dem weichen, roten Haar.
"Wie kommt's, dass ich gar keinem Widerstand begegne?"
Die Frage war flapsig gestellt, aber sie beide wussten, dass Gackt auf etwas viel Ernsteres hinauswollte. Wenn Ren sich nicht gegen diese Behandlung wehrte, hatte er Gründe dafür.
"Na ja, ich muss fit sein, wenn ich unserer Nebelkrähe den Hintern versohle. Oder?"
"Ja, richtig. Dann schlaf mal gut."
Gackt wollte sich erheben, aber etwas hielt seine Hand fest. Eine schlafwarme, kleine Bassistentatze.
"Naaa, die Jungs da schaffen das auch allein. Ruh dich auch aus. Wie ich dich kenne, hörst du doch wieder nicht auf zu proben, bis deine Batterien den Geist aufgeben."
"Sagt WER..."
Gackt wusste, dass er keine Chance hatte. Und eigentlich tat es auch gut, sich auf die warmen Futons sinken zu lassen, die Nimuras Leute hergeschafft hatten. Endlich kam er wieder aus diesen Straßenklamotten raus... der Dreck, der daran klebte...
Okay. Nicht ganz.
"Sag mal, du stehst wohl drauf, was?"
Die verfluchte Katze war wieder da, und natürlich beschwerte sie sich fürchterlich, dass er ihr den Platz auf dem Kopfkissen streitig machen wollte. Ihren Unmut bemerkte er besonders, als sie ihm die schon wieder staubigen Pfoten ins Gesicht stemmte.
"Reeen... deine Freundin nervt langsam.
"Ist nicht meine Freundin."
Gackt wusste, dass er nicht auf mehr Beistand zu hoffen hatte. Okay, dann nahm er es eben allein in die Hand.
"Hör auf zu tatzeln, Kitty! Die Waschschüssel ist niemals weit!"
Okay, das hatte gesessen. Mit lautem Miauen verschwand das Tier unter Rens Bettdecke. Welchen Teil von Rens Anatomie es dabei traf, war diesem wohl relativ egal. Zumindest bekamen sie so noch fast zwei Stunden Ruhe, bevor die anderen eintrafen.

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Re: RPG: Les Mizérables
Es war angenehm, in der mittlerweile komplett stillen Oper zu liegen, fast ganz allein, und sich richtig durchwärmen zu lassen. Gackt schlief nicht wirklich, aber er genoss es, ruhig vor sich hin zu dösen. Für einen Augenblick konnte er alles von sich schieben. Das Konzert... die anderen... den Krieg. Für einen Augenblick spürte er nur die wärmenden Decken, das weiche Kissen, Rens warme Hand, etwas Katzenfell an seinem Knöchel... hoffentlich mutierten sie nicht noch alle zu solchen Stubentigern.
Er war gerade dabei, sich an diesen Zustand zu gewöhnen, als ein markerschütternder Schrei durch die Gänge raste und sich fast schon gewaltsam Zugang zu seinem Gehör verschaffte:
"TADAIMAAA!"
Er hörte Rens Brummen.
"Och nö, ne..."
"Doch."
Zu Gackts Erstaunen war Ren auf den Beinen, bevor er selbst auch nur die Augen geöffnet hatte. Die Katze fauchte empört, als sie plötzlich von der Bettdecke entblößt dalag. Gackt war nur froh, dass sie angezogen war.
"Ren, was..."
"Dauert nicht lange. Mach schonmal das Studio bereit, dann können wir gleich loslegen."
Gackt schüttelte kurz den Kopf, um seine Gedanken zu klären. Die Katze war mittlerweile zu ihm gekrabbelt, sich dicht an seine Seite kuschelnd. Was für eine Opportunistin.
"Sorry, Kitty, du musst dir jetzt eine andere Heizung suchen."
Sie nahm es mit Fassung.
Gackt folgte Ren schnellstmöglich ins angrenzende Zimmer, wo bereits die anderen warteten. Einen Moment lang war er überrascht, dass ihm gar nicht kalt war außerhalb der Decken. Es war so ungewohnt, mal nicht zu frieren...
"Wo ist Ren?"
You nickte mit dem Kopf zu einem dunklen Gang, in den Gackt nicht hineinsehen konnte.
"Da, wo auch Miyavi ist."
Ein paar schwarze Federn flogen aus der Öffnung, dazu dumpfe Laute und ab und an ersticktes Krächzen. Gackt zog die Brauen hoch.
"Okayyy... ich schätze, wir sollten wirklich das Studio fertig machen."
Aber noch bevor sie gehen konnten, trat Ren schon aus dem Gang. Ihm folgte ein reichlich zerrupfter Miyavi. Ren sah richtiggehend zufrieden mit sich aus, als er strahlend vor ihnen her in Richtung Instrumente lief. Ein paar merkwürdige Laute drangen an Gackts Ohr. Er ging absichtlich etwas langsamer, um You zuflüstern zu können:
"Hat er gerade NYA NYA gesagt?"
"Ich glaube... das hat er."
Gackt schluckte schwer. Langsam wurde das hier nicht einfach unheimlich. Er war sich ziemlich sicher, den Verstand zu verlieren. Fragte sich nur, ob er da der Erste war.
Bevor sie loslegten, rief Gackt bei Nimura an, um über das Radio nochmals Werbung für das Konzert zu machen. Je mehr Leute kamen, desto mehr würde es bringen. Die Resonanz schien immer noch mehr als gewaltig zu sein, ein gutes Zeichen. Er bedankte sich aufrichtig bei allen Hörern und legte dann auf.
Sie begannen auf Teufel komm raus, ein paar Songs zu spielen. Jedem einzelnen war die Nervosität deutlich anzumerken, aber es tat gut, sich jetzt vorerst nur auf die Musik zu konzentrieren. Gackt gefiel es zunächst weniger, den Gesangspart zu übernehmen. Seine Hände hatten dann nichts zu tun. Aber ab und an spielte er Gitarre dabei, oder Klavier, bis ihn auch das zu sehr ablenkte und er sich voll und ganz auf die Worte zu konzentrieren begann. Und sieheda, Ren steuerte sein Miauen bei. Nur dass er sich mittendrin totzulachen begann, als sie es wiederholten.
"Ah, entschuldige Gackt, tut mir leid... ist ist nur so komplett..."
"Niedlich?" grinste Gackt.
"Dämlich wollte ich sagen. Bescheuert. Doof. Und unprofessionell."
Gackt zuckte die Schultern.
"Ich find's cool. Wenn du dich auf der Bühne totlachst, kommt das jedenfalls immer noch besser als eine Parade von Manas Rüschenhöschen unter der Decke."
Ren sah ihn düster an.
"Sehr witzig. Soll ich die noch anziehen, oder was."
"Wenn einer sowas anzieht, dann ich! Ich will was Buntes!"
Die erstaunten Blicke aller Anwesenden richteten sich auf Miyavi. Der Junge hatte bis jetzt auf dem obersten Orchesterrang geschmollt. Offensichtlich hatte er jetzt doch das Gefühl, mitreden zu müssen.
"Und überhaupt. Ne. Wenn ich mitmach, brauch ich ein Kostüm. Sowas mit Stoff und so. Nich so Leder... is nich so mein Ding. Also, jedenfalls - ne. Das halt. Wenn, dann bunt und..."
Ren seufzte.
"Okay, lasst uns eine Pause machen."
Gackt nickte.
"Wir müssen die nächsten Tage noch einiges organisieren. Die Bühne muss fertig sein, Technik - jemand muss sich um das Licht kümmern, die Soundeffekte und so - dann Make-up, Kostüme, Instrumente... die Zuschauer müssen irgendwo sitzen, und hinter der Bühne muss es auch Platz geben. Die Sicherheit muss zumindest soweit, wie wir das können, gewährleistet sein. Und wir sollten testen, ob die Bühne und der gesamte Saal überhaupt noch solche Lautstärken aushalten, ohne dass die Decke runterkommt."
Ren stand auf, sich streckend.
"Okay... dann fang mal an."
Gackt starrte ihn böse an.
"Was soll denn das jetzt heißen? Ich allein?"
"Nein... ich meinte, du solltest anfangen, einzuteilen, wer wofür zuständig ist und wann es laufen soll. Wir werden vermutlich Nimuras Leute brauchen, und vielleicht noch eine oder zwei von den anderen Gruppen, die auftreten wollen. Das muss koordiniert werden."
"Und ich soll..."
"Du hast von uns allen als einziger Erfahrung mit Profi-Konzerten."
Das leuchtete ein. Gackt seufzte.
"Okay... aber heute nicht mehr."
Ren legte den Kopf schief.
"Willst du aufhören? Jetzt schon?"
"Es ist nach drei Uhr morgens."
"Das hat dich doch sonst nie gestört."
"Schon aber... er will doch noch sein Rüschenkleid haben, oder?"
Gackt deutete hinauf zu Miyavi, der immer noch angestrengt versuchte, die beleidigte Leberwurst zu spielen. Er kam jedoch maximal auf eine grummelige Salami.
"Rüschenkleid?" fragte Ren.
"Na was meinst du, was man in einem Opernfundus findet?"
"Richtig. Lasst uns alle Rüschenkleider auf der Bühne tragen. Gackt kennt sich ja zumindest schon etwas damit aus."
Chacha kicherte:
"Hattest du etwa auch schon einmal eins an?"
"Lies sich nicht vermeiden." knurrte der Angesprochene.
"Oh, ich will ein Rüschenkleid!" - Miyavi.
"Das war uns allen klar."
"Ren?"
"Ja?"
"Du gehst jetzt schlafen."
"Und wenn ich das nicht tue?"
"Dann kriegst du eine Mädchen-Schuluniform an. In Knallpink. MIT Rüschenhöschen."
"Ich will auch ein Rüschenhöschen!"
"Miyavi - HALT DIE KLAPPE!!"
Er war gerade dabei, sich an diesen Zustand zu gewöhnen, als ein markerschütternder Schrei durch die Gänge raste und sich fast schon gewaltsam Zugang zu seinem Gehör verschaffte:
"TADAIMAAA!"
Er hörte Rens Brummen.
"Och nö, ne..."
"Doch."
Zu Gackts Erstaunen war Ren auf den Beinen, bevor er selbst auch nur die Augen geöffnet hatte. Die Katze fauchte empört, als sie plötzlich von der Bettdecke entblößt dalag. Gackt war nur froh, dass sie angezogen war.
"Ren, was..."
"Dauert nicht lange. Mach schonmal das Studio bereit, dann können wir gleich loslegen."
Gackt schüttelte kurz den Kopf, um seine Gedanken zu klären. Die Katze war mittlerweile zu ihm gekrabbelt, sich dicht an seine Seite kuschelnd. Was für eine Opportunistin.
"Sorry, Kitty, du musst dir jetzt eine andere Heizung suchen."
Sie nahm es mit Fassung.
Gackt folgte Ren schnellstmöglich ins angrenzende Zimmer, wo bereits die anderen warteten. Einen Moment lang war er überrascht, dass ihm gar nicht kalt war außerhalb der Decken. Es war so ungewohnt, mal nicht zu frieren...
"Wo ist Ren?"
You nickte mit dem Kopf zu einem dunklen Gang, in den Gackt nicht hineinsehen konnte.
"Da, wo auch Miyavi ist."
Ein paar schwarze Federn flogen aus der Öffnung, dazu dumpfe Laute und ab und an ersticktes Krächzen. Gackt zog die Brauen hoch.
"Okayyy... ich schätze, wir sollten wirklich das Studio fertig machen."
Aber noch bevor sie gehen konnten, trat Ren schon aus dem Gang. Ihm folgte ein reichlich zerrupfter Miyavi. Ren sah richtiggehend zufrieden mit sich aus, als er strahlend vor ihnen her in Richtung Instrumente lief. Ein paar merkwürdige Laute drangen an Gackts Ohr. Er ging absichtlich etwas langsamer, um You zuflüstern zu können:
"Hat er gerade NYA NYA gesagt?"
"Ich glaube... das hat er."
Gackt schluckte schwer. Langsam wurde das hier nicht einfach unheimlich. Er war sich ziemlich sicher, den Verstand zu verlieren. Fragte sich nur, ob er da der Erste war.
Bevor sie loslegten, rief Gackt bei Nimura an, um über das Radio nochmals Werbung für das Konzert zu machen. Je mehr Leute kamen, desto mehr würde es bringen. Die Resonanz schien immer noch mehr als gewaltig zu sein, ein gutes Zeichen. Er bedankte sich aufrichtig bei allen Hörern und legte dann auf.
Sie begannen auf Teufel komm raus, ein paar Songs zu spielen. Jedem einzelnen war die Nervosität deutlich anzumerken, aber es tat gut, sich jetzt vorerst nur auf die Musik zu konzentrieren. Gackt gefiel es zunächst weniger, den Gesangspart zu übernehmen. Seine Hände hatten dann nichts zu tun. Aber ab und an spielte er Gitarre dabei, oder Klavier, bis ihn auch das zu sehr ablenkte und er sich voll und ganz auf die Worte zu konzentrieren begann. Und sieheda, Ren steuerte sein Miauen bei. Nur dass er sich mittendrin totzulachen begann, als sie es wiederholten.
"Ah, entschuldige Gackt, tut mir leid... ist ist nur so komplett..."
"Niedlich?" grinste Gackt.
"Dämlich wollte ich sagen. Bescheuert. Doof. Und unprofessionell."
Gackt zuckte die Schultern.
"Ich find's cool. Wenn du dich auf der Bühne totlachst, kommt das jedenfalls immer noch besser als eine Parade von Manas Rüschenhöschen unter der Decke."
Ren sah ihn düster an.
"Sehr witzig. Soll ich die noch anziehen, oder was."
"Wenn einer sowas anzieht, dann ich! Ich will was Buntes!"
Die erstaunten Blicke aller Anwesenden richteten sich auf Miyavi. Der Junge hatte bis jetzt auf dem obersten Orchesterrang geschmollt. Offensichtlich hatte er jetzt doch das Gefühl, mitreden zu müssen.
"Und überhaupt. Ne. Wenn ich mitmach, brauch ich ein Kostüm. Sowas mit Stoff und so. Nich so Leder... is nich so mein Ding. Also, jedenfalls - ne. Das halt. Wenn, dann bunt und..."
Ren seufzte.
"Okay, lasst uns eine Pause machen."
Gackt nickte.
"Wir müssen die nächsten Tage noch einiges organisieren. Die Bühne muss fertig sein, Technik - jemand muss sich um das Licht kümmern, die Soundeffekte und so - dann Make-up, Kostüme, Instrumente... die Zuschauer müssen irgendwo sitzen, und hinter der Bühne muss es auch Platz geben. Die Sicherheit muss zumindest soweit, wie wir das können, gewährleistet sein. Und wir sollten testen, ob die Bühne und der gesamte Saal überhaupt noch solche Lautstärken aushalten, ohne dass die Decke runterkommt."
Ren stand auf, sich streckend.
"Okay... dann fang mal an."
Gackt starrte ihn böse an.
"Was soll denn das jetzt heißen? Ich allein?"
"Nein... ich meinte, du solltest anfangen, einzuteilen, wer wofür zuständig ist und wann es laufen soll. Wir werden vermutlich Nimuras Leute brauchen, und vielleicht noch eine oder zwei von den anderen Gruppen, die auftreten wollen. Das muss koordiniert werden."
"Und ich soll..."
"Du hast von uns allen als einziger Erfahrung mit Profi-Konzerten."
Das leuchtete ein. Gackt seufzte.
"Okay... aber heute nicht mehr."
Ren legte den Kopf schief.
"Willst du aufhören? Jetzt schon?"
"Es ist nach drei Uhr morgens."
"Das hat dich doch sonst nie gestört."
"Schon aber... er will doch noch sein Rüschenkleid haben, oder?"
Gackt deutete hinauf zu Miyavi, der immer noch angestrengt versuchte, die beleidigte Leberwurst zu spielen. Er kam jedoch maximal auf eine grummelige Salami.
"Rüschenkleid?" fragte Ren.
"Na was meinst du, was man in einem Opernfundus findet?"
"Richtig. Lasst uns alle Rüschenkleider auf der Bühne tragen. Gackt kennt sich ja zumindest schon etwas damit aus."
Chacha kicherte:
"Hattest du etwa auch schon einmal eins an?"
"Lies sich nicht vermeiden." knurrte der Angesprochene.
"Oh, ich will ein Rüschenkleid!" - Miyavi.
"Das war uns allen klar."
"Ren?"
"Ja?"
"Du gehst jetzt schlafen."
"Und wenn ich das nicht tue?"
"Dann kriegst du eine Mädchen-Schuluniform an. In Knallpink. MIT Rüschenhöschen."
"Ich will auch ein Rüschenhöschen!"
"Miyavi - HALT DIE KLAPPE!!"

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Re: RPG: Les Mizérables
Miyavi
Schmerzen sind Scheiße.
Fuck.
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